Sonntag, 14. Februar 2016

Jiuzhaigou - Das Paradies auf Erden

Ich bin wieder da! Zum einen auf dem Blog und zum anderen auch zu Hause. Die Zeit in China kommt mir vor wie ein Traum, der zu schnell vorüber ging. Trotzdem freue ich mich sehr wieder in Deutschland zu sein. Brot habe ich am meisten vermisst!
Aber ich habe dennoch noch jede Menge Bilder, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Am allerbesten hat mir Jiuzhaigou gefallen. Das absolute "muss" für alle Natur-Fans. Das ist wirklich der absolute Wahnsinn!

Von Chongqing aus fährt man ca. 12h mit dem Bus. Hört sich anstrengend an, war es im Endeffekt aber gar nicht. Alle 2-3h wird eine Pause eingelegt, um sich die Beine zu vertreten oder aufs Klo zu gehen. Die kostenlosen Klos sind irgendwie moderner als die für die man bezahlen muss (1 Yuan). Einmal sogar, irgendwo mitten im Gebirge, sah das Klo aus wie ein Hühnerstall. Ich musste so lachen als ich es sah. :D Die Holzgattertüren waren nur etwa einen Meter hoch und somit konnte man sich quasi beim pinkeln beobachten.
Von der Bushaltestelle war das "Hostel C" in ca. 7 min. zu Fuß gar nicht so weit entfernt. Wir wussten das allerdings nicht und sind mit dem Taxi gefahren. Und dieser hat uns Ausländer natürlich über den Tisch gezogen - 20 oder 30 Yuan haben wir bezahlt. (3 oder 4 EUR).

An sich kann ich das Hostel weiterempfehlen! Recht günstig, sauber und nicht weit vom Nationalpark entfernt. Allerdings: Es war soooo unglaublich kalt! Keine Heizung und Durchzug durch alle Türen und Fenster. Das war Anfang November. Unter der Bettdecke war es angenehm warm, aber sobalb man den Arm rauszieht, friert er einem ab. Ich musste in Thermowäsche schlafen. Aber im Sommer ist es dort bestimmt top!

Zum Nationalpark sind es ca. 20-30 min. zu Fuß. Es gibt vom Hostel aus aber einen Shuttle, der jede Stunde zum Nationalpark fährt für 5 Yuan (nicht einmal 1 EUR). Und wenn man zurück möchte, ruft man einfach im Hostel an und sie holen einen ab. Wir sind allerdings immer zu Fuß gegangen.
Achso, wir waren übrigens nur 1 vollen Tag da. :D In Deutschland unvorstellbar! Ich meine: 12h hin, 1 Tag bleiben und 12h zurück macht ja sonst keiner. Ja, wir waren schon krass drauf.

Kurz vor 7 Uhr morgens sind wir dann also zum Nationalpark gegangen. Es war noch total dunkel und der Mond schien viel näher zu sein als sonst.
Kleiner Tipp: Es gibt Eintrittstickets und Bustickets. Da der Park so riesig ist, kommt man nicht drum rum auch mal mit dem Bus zu fahren. Die Bustickets werden allerdings nur ganz unten am Eingang geprüft, da eigentlich alle immer gleich in den Bus steigen und dann hinauffahren. Besser ist es jedoch die ersten 10 km zu Fuß zu gehen (bis zu der Abzweigung) und dann in den Bus zu steigen, denn 1. ist man auf der Strecke fast der einzige Mensch, weil eben alle gleich in den Bus steigen und 2. kann man sich das Geld für das Busticket sparen, weil oben schon niemand mehr kontrolliert.


Diese erste Strecke ist wirklich traumhaft! Nur die Vögelchen und Einhörnchen und sonst keine Menschenmassen. Diese sieht man erst wieder, wenn man weiter oben angekommen ist.

Ich empfehle an dieser Abzweigung nach links zu fahren. Dort gibt es auf jeden Fall mehr zu sehen. Rechts würde ich sagen, fahrt nicht bis zum "Primitive Forest", denn der sieht einfach nur aus wie ein Wald.

Also dann, hier die Fotos!
 

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Natur pur: Wulong Nationalpark

Ich weiß, dass ich nicht regelmäßig schreibe. Sehr schade, aber es liegt vor allem an dem Internet. Dieses ist hier im Wohnheim so schlecht, dass einem die Lust vergeht auch nur ein Foto hochzuladen. Ganz ehrlich! Außerdem hatte ich letzte Woche eine Gruppenpräsentation in "Competition Law" und sowohl Montag als auch Dienstag hatte ich Chinesischprüfungen: Mündlich und schriftlich. Nunja, das ist jetzt geschafft. Trotzdem stehen noch ein paar Hausarbeiten und eine Prüfung an. Weihnachten ist dieses Jahr somit nicht unbedingt präsent, aber das muss man auch mal erlebt haben.
So. Jetzt habe ich mich aber aufgerafft und schreibe über die tolle Fahrt nach Wulong. Besser gesagt in den Wulong Nationalpark etwa 2,5h mit dem Bummelzug von Chongqing entfernt.
Unsere Truppe
Wir haben uns zu sechst mit dem Zug auf den Weg gemacht und es hat sich absolut gelohnt! Jeder, der sich für Natur und Landschaften interessiert: Auf nach Wulong! Unbedingt!


Mit dem Zug dort angekommen, stehen viele Minivans vor dem Bahnhofseingang und jeder Fahrer versucht sich seine Kunden zu schnappen. Unbedingt den Preis verhandeln! Wir sind dann also mit dem Minivan (für insgesamt 7 Leute ausgelegt) zum Eingang des Nationalparks gefahren. Die Fahrt dauerte bestimmt 30-45 min. und dabei sind wir die ganze Zeit diesen riesigen Berg hochgefahren und die Aussicht war gigantisch und gleichzeitig gruselig, da es kaum Leitplanken gibt und die Autofahrer um die Wette rasen.
Dort angekommen (ca. 12.30 Uhr) haben wir uns Eintrittskarten für die "Three Natural Bridges" (dt.: Drei Natürliche Brücken) gekauft und schon ging es von dort aus mit dem Bus (im Preis enthalten) zu diesem Naturschauspiel.

Doch was genau ist der Wulong Nationalpark eigentlich? 
Schon mal den Film "Transformers 4" gesehen? Dann wird euch das bekannt vorkommen, da einige Teile davon hier in China in diesem Park gedreht wurden. Der Wulong Nationalpark macht auch damit bewusst Werbung.

Also, dort befindet sich ein großes, tiefes Tal mit Flüssen, Steinbrücken, Höhlen und einer tollen Aussicht. Einfach atemberaubend hoch und unfassbar schön!
Im Hintergrund eine der Steinbrücken
Hier noch die Maße der Brücken, um sie sich besser vorstellen zu können:

Die Tianlong Bridge ist 235 m hoch, 150 m dick und 147 m breit.

Die Qinglong Bridge ist 281 m hoch, 168 m dick und 124 m breit.

Die Heilong Bridge ist 223 m hoch, 107 m dick und 193 m breit.

Außerdem gibt es noch eine Glasplattform auf der man drauf laufen kann und die Aussicht auch aus einer anderen Perspektive genießen kann.

Falls man möchte, kann man sich auch hoch tragen lassen. :-D 30 EUR sind auch gar nicht so viel, wenn man bedenkt wie groß das Gelände ist. Vor allem ältere Menschen haben dieses Angebot in Anspruch genommen und sich aber nur ein paar Meter weit tragen lassen.
Danach ging es mit dem Bus zum Qingkou Tiankeng, was sich auch auf dem Gelände befindet, aber eben zu Fuß zu weit weg ist. Im Grunde ist das auch so ähnlich: Wasserfälle, Höhlen und tolle Aussichten.
Ein Hostel haben wir im Voraus nicht gebucht. Es lohnt sich einfach in eins hineinzugehen und zu verhandeln. Wir hatten eins für 5EUR pro Person pro Nacht. 2 von uns haben sich ein Doppelzimmer genommen und wir anderen haben uns zu viert auf zwei Betten aufgeteilt. Nur war es ziemlich kalt im Zimmer. Die Fernbedienung für die Klimaanlage (hat in China auch eine Heizfunktion) haben wir nicht gefunden. Außerdem lohnt es sich die Zimmer anzuschauen bevor man zahlt! Es gibt oft auch welche mit einer europäischen Toilette auf der Ausländeretage. Ansonsten bekommt man eins mit einer Hocktoilette.


Am nächsten Tag wollten wir zum Fairy Mountain (dt.: Feen Berg). Dorthin fahren die kleinen Minibusse, die vor dem Eingang zu den Natural Three Natural Bridges stehen. Kauft nicht die Tickets bei denen! Einige bestehen darauf, um euch dort hochzufahren. Nehmt dann lieber einen anderen Minibus. Denn die Tickets sehen so aus, als wären die schon mal angerissen worden (also schon jemandem gehört hätten). Nach 30 min. kommt man dort endlich an und dann… Hatten wir so viel Glück… (Ironie aus). Es war so nebelig, dass die Gondeln nicht fuhren und einige Plätze gesperrt waren. Somit haben wir uns entschieden wieder zurückzufahren. Leider. Also 30 min. wieder zurück und in einen anderen Minibus Richtung Furong Cave (dt.: Furong Höhle). Das waren auch nochmal locker 40 min. Mir wurde im Bus so schlecht. Er war voll und somit war es dort stickig und es roch nach Benzin. Außerdem musste ich aufpassen, dass der Typ neben mir nicht einschläft und seinen Kopf auf meiner Schulter platziert. Und dann: Werden wir irgendwo rausgelassen, nur nicht an der Höhle. Stellt sich raus, dass man dorthin mit dem öffentlichen Bus weiterfahren muss. Naja, wir wollten eh noch etwas essen und ein kleines „Restaurant“ war gleich daneben. Dort gab es richtig leckere gebratene Nudeln! Dort hat uns auch ein Mann angesprochen, dass er uns den Rest des Tages für 120 Yuan überall hin chauffieren würde. Ihm war langweilig und er wollte wohl nicht mit seiner Frau zu Hause herumhocken. ;-) Das heißt 20 Yuan pro Person. Gerade einmal 3 EUR pro Person. Und er war so nett, hat vieles erklärt und uns Insidertipps gegeben. Und uns dann letztendlich zur Furong Cave gefahren.
Eine kleine Stärkung gefällig?

Diese wurde erstmals 1993 von Farmern entdeckt und 1994 dann auch für Touristen geöffnet. Außerdem ist es die einzige Höhle in China, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Die Furong Höhle ist zwischen 30 und 50 m breit und verteilt sich auf einer Fläche von rund 20 km², sowie gibt es dort mehr als 50 vertikale Schächte mit einer Tiefe von über 100 m. Entstanden ist dieses Spektakel vor etwa 500 Millionen Jahren.
Bunte Lichtstrahler überall in der Höhle.
Danach hat der Mann uns in ein Restaurant gefahren, dass Freunden von ihm gehört. Dort war es ziemlich lecker. Aber das Highlight war der Tee! Den gab es kostenlos zu trinken und da er uns so gut geschmeckt hat, haben wir uns noch welchen bei ihnen gekauft. Diesen "Wulong-Tee" (wie wir ihn nennen) gibt es nur in dieser Region und daher nur sehr wenig davon. Ich würde ihn als roten Tee beschreiben.
Nunja, danach ging es zum Bahnhof und dann spätabens zurück nach Chongqing. Sehr lohnenswert dieser Trip!