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Donnerstag, 23. Juli 2015

Gussew (Гусев) und Bagrationowsk (Багратионовск)

Die Städte in der Oblast Kaliningrad sind etwas Besonderes. Die einen sehen sehr europäisch und neu aus und die anderen... nunja... sehen eben aus, wie man sich das unter "Russland" so vorstellt. Als wäre die Zeit in dieser einfach stehen geblieben.

Gussew (dt. Gumbinnen) liegt östlich von Kaliningrad und ist ca. 2,5h entfernt. Man kann erkennen, dass viele Straßen neu asphaltiert wurden und sich allgemein sehr viel Mühe mit der Gestaltung der Stadt gemacht wird.




Außerdem gibt es in der Nähe jeder Sehenswürdigkeit Tafeln, auf denen aufgezeichnet ist, wo man sich gerade befindet und wo eine Route zur nächsten Sehenswürdigkeit dargestellt ist. So geht folgt man einfach der Route und hat innerhalb von ca. 2h alles Wichtige gesehen.
Elchskulptur
In jeder russischen Stadt gibt es einen Lenin.
Bewohntes, altes, deutsches Haus. An einem Schild steht, dass die Bewohner doch bitte ausziehen sollen - es wird anderweitig genutzt.

Besonderer Gullideckel
In Kaliningrad sind auf einigen Straßen innerhalb von 10m 6 Gullideckel. Da fragt man sich wirklich "Warum"?

Panzer. Natürlich. Wie in jeder Stadt.
Eins hat Russland wirklich zu bieten: Orthodoxe Kirchen! Das Bild kommt nicht im geringsten an die Schönheit des Originals ran.

"Der Student"
Er hat tatsächlich Bücher in der Hand und ein handy am Ohr - ein echter Student eben. Seine Nase zu berühren, soll Glück bringen. :-)

Innerhalb der Oblast hat mir Gussew sogar am besten gefallen. Auf jeden Fall eine Reise wert!


Außerdem waren wir noch in Bagrationowsk (dt. Preußisch Eylau). Ca. 1,5h südwestlich von Kaliningrad nicht weit von der polnischen Grenze entfernt.
An diesen Kirchen kann ich mich wirklich nicht satt sehen.
Ehemalige Festung
Ein Teil davon sieht neu aus. Der andere Teil ist voll mit Graffiti. Wie so oft wurde wahrscheinlich angefangen zu restaurieren und es dann doch nicht zu Ende gebracht.

Namensgeber der Stadt.

Denkmahl für die gefallenen Soldaten.
Die Stadt ist recht klein und daher überschaubar. Aber um die frische Luft abseits der Hauptstadt Kaliningrad zu genießen, ist sie perfekt.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Kurische Nehrung

Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Nehrung.png

Es war mal wieder soweit! Ich war unterwegs in der Oblast Kaliningrad. Besser gesagt auf der Kurischen Nehrung. (Auf der Karte: das rot markierte ganz links, das aussieht wie eine Schnur :-D) Seit dem Jahr 2000 UNESCO-Weltkulturerbe.
Es handelte sich um eine organisierte Tour des Phililogischen Instituts, da Studentinnen aus Polen für ein paar Tage in Kaliningrad waren und sie sich das gerne ansehen wollten. Es waren ein paar Plätze frei und somit sind einige von uns auch mitgefahren.
Von Kaliningrad bis zum Anfang der Kurischen Nehrung braucht man mit dem Auto (wir hatten einen gemieteten Kleinbus) ca. 30 min. Bevor man aber die Nehrung betreten darf, müssen pro Person 200 Rubel (ca. 4 EUR) ökologische Schutzgebühr bezahlt werden. Pro Fahrzeug muss auch eine Gebühr bezahlt werden, ich weiß aber nicht mehr wie viel...
Unsere erste Station waren zwei Museen in Lesnoje. In Lesnoje befindet sich die schmalste Stelle der Nehrung mit nur 380 m Breite.

Das erste Museum, das Nationalpark-Museum, ist zwar ziemlich klein, jedoch mit viel Liebe gestaltet. Dort kann man sehen, wie die Leute früher gelebt haben, was für Kleidung sie trugen, wie sie ihre Häuser einrichteten. Außerdem war die Nehrung mal sehr berühmt fürs Segelfliegen, aufgrund der guten Windbedingungen.
Hinter dem Museum lebte einst auch ein Elch, der mit einer Statue geehrt wurde.
Das zweite Museum, das Museum des Aberglaubes, ist sehr cool! Der Mann, der das Museum aufgebaut hat, schnitzt alle möglichen Figuren aus Holz. Welche, die Glück bringen, Erfolg versprechen oder beschützen sollen. Einige von uns haben sich ihre Zukunft voraus sagen lassen. Dafür bekommt man eine Walnuss für 50 Rubel (ca. 1 EUR) und darin befinden sich dann entweder Münzen ("Du wirst keine Geldsorgen haben") oder Pfefferkörner ("Du kannst alles schaffen, was du dir vornimmst") ...

Danach ging es in den Wald der tanzenden Bäume. Da stehen die verrücktesten Bäume auf der ganzen Welt.
Das Phänomen konnte noch nicht erklärt werden. Die Bäume wachsen kreuz und quer. Hier dir top 3 der Erklärungen dafür: 3) Die Bäume wachsen aufgrund des Windes so interessant umher (daran glaubt aber eigentlich niemand, denn schließlich ist es ja nur auf der Kurischen Nehrung so) 2) Die Bäume sehen so aus aufgrund von elektromagnetischer Strahlung im Boden und 1) Kleine schmetterlingsartige Tierchen nisten in den Bäumen und legen ihre Larven darin ab. Diese fressen sich dann hindurch und verändern das Wachstum der Bäume. Tja, welche davon wahr ist, wird noch erforscht.
Schließlich sind wir zu zwei Dünen gefahren. Die größte davon, die Düne Epha, ist so groß wie ein fünfgeschössiges Haus.
Wirklich tolle Aussicht, nur ziemlich windig. Und dann sind da noch die russischen Touristen, die sich in all möglichen Posen fotografieren und 10 min alles versperren.
Natürlich war ich auch an der Ostsee spazieren, wenn ich schon in der Nähe bin. :-)
Zum Schluss waren dann noch einige von uns auf dem Aussichtspunkt Müllers Höhe. Schöne abschließende Aussicht auf das Gebiet.
Und: Der Lebed-See (Schwan-See) am Fuße der Müllers Höhe.

 Richtig toller Ausflug. Außergewöhnliche Natur. Empfehle ich jedem, der hier in der Nähe ist.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Die schönen Seiten von Selenogradsk (Зеленоградск)


Selenogradsk. Eine Stadt direkt an der Ostsee. Natürlich musste ich sie mir anschauen.
So sind wir zu viert an einem schönen Samstag in den Bus gestiegen und nach etwa 45 min. in Selenogradsk angekommen. An diesem Wochenende war auch das Street Food Festival ganz groß angekündigt worden. Ein Grund mehr hinzufahren. Wie das Street Food Festival uns gefiel, kommt weiter unten.

Kranz - Der Name zur Zeit Ostpreußens
Alte deutsche Architektur. In der Stadt Kaliningrad selten zu finden.
Die Lenin-Statue darf natürlich auch hier nicht fehlen...
Wie ein Kind. Natürlich musste ich aufs Katzenkarussell. :-)
Schließlich sind wir den Pfotenabdrücken gefolgt...
... und beim Murarium - einem Katzenmuseum angekommen. Dieses befindet sich in einem ehemaligen Wasserturm.
Murarium
Dort schlägt jedes Katzenliebhaberherz höher. Alles, was man sich nur vorstellen kann: Bilder, Figuren, Kissen, Einrichtungsgegenstände... Die Katze ist die Hauptrolle!
Sandra, falls du das liest, das Bild ist extra für dich!
"Pfotenabdrücke? Nein, das sind nicht meine."
"Den zweiten Schuh? Nein, nicht gesehen."
Anschließend sind wir am Ufer der Ostsee spazieren gegangen.

Es war ganz schön windig. So windig, dass ich auf allen Fotos aussehe wie vom Wind weggepustet. Deshalb gibt es keine von mir. ;-)
Als wir dann endlich beim Street Food Festival ankamen... Waren da 10 Butzen an denen Essen verkauft wurde. Das wars. Typisch Russland: Etwas wird riesengroß angekündigt, überall findet man Werbung, sogar eine eigene Internetseite hat das Festival. Und dann ist es ein Witz. Naja, die Falafel hat trotzdem geschmeckt.

Zurück ging es dann mit dem Zug - viel bequemer und sogar günstiger. Trotz Wind und einem Nicht-Festival war es ein schöner Tag.