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Mittwoch, 27. Mai 2015

Kurische Nehrung

Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Nehrung.png

Es war mal wieder soweit! Ich war unterwegs in der Oblast Kaliningrad. Besser gesagt auf der Kurischen Nehrung. (Auf der Karte: das rot markierte ganz links, das aussieht wie eine Schnur :-D) Seit dem Jahr 2000 UNESCO-Weltkulturerbe.
Es handelte sich um eine organisierte Tour des Phililogischen Instituts, da Studentinnen aus Polen für ein paar Tage in Kaliningrad waren und sie sich das gerne ansehen wollten. Es waren ein paar Plätze frei und somit sind einige von uns auch mitgefahren.
Von Kaliningrad bis zum Anfang der Kurischen Nehrung braucht man mit dem Auto (wir hatten einen gemieteten Kleinbus) ca. 30 min. Bevor man aber die Nehrung betreten darf, müssen pro Person 200 Rubel (ca. 4 EUR) ökologische Schutzgebühr bezahlt werden. Pro Fahrzeug muss auch eine Gebühr bezahlt werden, ich weiß aber nicht mehr wie viel...
Unsere erste Station waren zwei Museen in Lesnoje. In Lesnoje befindet sich die schmalste Stelle der Nehrung mit nur 380 m Breite.

Das erste Museum, das Nationalpark-Museum, ist zwar ziemlich klein, jedoch mit viel Liebe gestaltet. Dort kann man sehen, wie die Leute früher gelebt haben, was für Kleidung sie trugen, wie sie ihre Häuser einrichteten. Außerdem war die Nehrung mal sehr berühmt fürs Segelfliegen, aufgrund der guten Windbedingungen.
Hinter dem Museum lebte einst auch ein Elch, der mit einer Statue geehrt wurde.
Das zweite Museum, das Museum des Aberglaubes, ist sehr cool! Der Mann, der das Museum aufgebaut hat, schnitzt alle möglichen Figuren aus Holz. Welche, die Glück bringen, Erfolg versprechen oder beschützen sollen. Einige von uns haben sich ihre Zukunft voraus sagen lassen. Dafür bekommt man eine Walnuss für 50 Rubel (ca. 1 EUR) und darin befinden sich dann entweder Münzen ("Du wirst keine Geldsorgen haben") oder Pfefferkörner ("Du kannst alles schaffen, was du dir vornimmst") ...

Danach ging es in den Wald der tanzenden Bäume. Da stehen die verrücktesten Bäume auf der ganzen Welt.
Das Phänomen konnte noch nicht erklärt werden. Die Bäume wachsen kreuz und quer. Hier dir top 3 der Erklärungen dafür: 3) Die Bäume wachsen aufgrund des Windes so interessant umher (daran glaubt aber eigentlich niemand, denn schließlich ist es ja nur auf der Kurischen Nehrung so) 2) Die Bäume sehen so aus aufgrund von elektromagnetischer Strahlung im Boden und 1) Kleine schmetterlingsartige Tierchen nisten in den Bäumen und legen ihre Larven darin ab. Diese fressen sich dann hindurch und verändern das Wachstum der Bäume. Tja, welche davon wahr ist, wird noch erforscht.
Schließlich sind wir zu zwei Dünen gefahren. Die größte davon, die Düne Epha, ist so groß wie ein fünfgeschössiges Haus.
Wirklich tolle Aussicht, nur ziemlich windig. Und dann sind da noch die russischen Touristen, die sich in all möglichen Posen fotografieren und 10 min alles versperren.
Natürlich war ich auch an der Ostsee spazieren, wenn ich schon in der Nähe bin. :-)
Zum Schluss waren dann noch einige von uns auf dem Aussichtspunkt Müllers Höhe. Schöne abschließende Aussicht auf das Gebiet.
Und: Der Lebed-See (Schwan-See) am Fuße der Müllers Höhe.

 Richtig toller Ausflug. Außergewöhnliche Natur. Empfehle ich jedem, der hier in der Nähe ist.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Die schönen Seiten von Selenogradsk (Зеленоградск)


Selenogradsk. Eine Stadt direkt an der Ostsee. Natürlich musste ich sie mir anschauen.
So sind wir zu viert an einem schönen Samstag in den Bus gestiegen und nach etwa 45 min. in Selenogradsk angekommen. An diesem Wochenende war auch das Street Food Festival ganz groß angekündigt worden. Ein Grund mehr hinzufahren. Wie das Street Food Festival uns gefiel, kommt weiter unten.

Kranz - Der Name zur Zeit Ostpreußens
Alte deutsche Architektur. In der Stadt Kaliningrad selten zu finden.
Die Lenin-Statue darf natürlich auch hier nicht fehlen...
Wie ein Kind. Natürlich musste ich aufs Katzenkarussell. :-)
Schließlich sind wir den Pfotenabdrücken gefolgt...
... und beim Murarium - einem Katzenmuseum angekommen. Dieses befindet sich in einem ehemaligen Wasserturm.
Murarium
Dort schlägt jedes Katzenliebhaberherz höher. Alles, was man sich nur vorstellen kann: Bilder, Figuren, Kissen, Einrichtungsgegenstände... Die Katze ist die Hauptrolle!
Sandra, falls du das liest, das Bild ist extra für dich!
"Pfotenabdrücke? Nein, das sind nicht meine."
"Den zweiten Schuh? Nein, nicht gesehen."
Anschließend sind wir am Ufer der Ostsee spazieren gegangen.

Es war ganz schön windig. So windig, dass ich auf allen Fotos aussehe wie vom Wind weggepustet. Deshalb gibt es keine von mir. ;-)
Als wir dann endlich beim Street Food Festival ankamen... Waren da 10 Butzen an denen Essen verkauft wurde. Das wars. Typisch Russland: Etwas wird riesengroß angekündigt, überall findet man Werbung, sogar eine eigene Internetseite hat das Festival. Und dann ist es ein Witz. Naja, die Falafel hat trotzdem geschmeckt.

Zurück ging es dann mit dem Zug - viel bequemer und sogar günstiger. Trotz Wind und einem Nicht-Festival war es ein schöner Tag.

Sonntag, 26. April 2015

Museen in Kaliningrad

Da ich ja schon eine Weile hier in Kaliningrad lebe, habe ich auch einige Museen besucht. Auf Grund der sehr günstigen Eintrittspreise (50-100 Rubel - entspricht ca. 1-2 EUR) geht man sehr gerne hinein. In Kalinigrader Museen ist man oftmals ohne Russischkenntnisse aufgeschmissen, denn nur wenige haben englische oder gar deutsche Informationstafeln. Ich habe zwar mit dem lesen kein Problem, aber es ist doch anstrengender und dauert länger als auf Englisch zu lesen.

Bernstein Museum

Das Bernstein Museum befindet sich nur 15 min. vom Wohnheim entfernt. Es wurde 1853 als eine Art Stadt-Verteidigungssystem erbaut. Das Museum beherbergt 3 Etagen mit 1.000 m² Fläche und 14.000 Exponaten. Dort zu finden ist auch der größte Bernstein Russlands mit einem Gewicht von 4,28 kg.













Insekten umhüllt von Bernstein














Cinderellas Kutsche aus Bernstein















Bunker Museum

Das Museum befindet sich unter dem Paradeplatz in Kaliningrad ganz in der Nähe des alten Wohnheims. In der Ausstellung geht es um die Einnahme Königsbergs (06.-09. April) und in diesem Militärbunker hatte sich der Kommandant General Otto Lasch bis zur Kapitulation (09. April 1945) verschanzt. Dort wurde schließlich auch die Kapitulationsurkunde unterschrieben.












Nachbau der zerstörten Stadt













links: General Otto Lasch

























Nachbau von Otto Laschs Zimmer



















Allgemeine Informationen über den Bunker - sogar auf deutsch!



















Das Museum der Weltmeere

Das Museum wurde am 12. April 1990 eröffnet und es geht thematisch um die Entdeckung des Weltozeans. Folgends kann man dort besichtigen: Das Hauptgebäude, das größte Schiffsmuseum der Welt "Vityaz", sowie ein U-Boot (in das ich unbedingt noch hinein muss!).
Bis jetzt war ich dort nur in einer kleinen Ausstellung zum Thema "sibirisches Mammutbaby". 2007 wurde nämlich in Sibirien das Mammutbaby "Lyuba" gefunden, das auf Grund von Matsch und Schnee konserviert wurde und noch extrem gut erhalten ist.
Jedoch war die Ausstellung recht klein und es gab nicht sooo viel zu sehen, aber dafür war in den 200 Rubel Eintrittspreis auch eine Führung inklusive.
Somit muss ich unbedingt nochmal in das Museum und mir die Schiffe und das U-Boot anschauen.
Lyuba


























Das Königstor














Das Königstor ist einen von 6 Stadttoren wurde bis zum 01. Juli 2005 restauriert. Zuvor waren nämlich die Sandsteinfiguren über dem Eingang übeerhaupt nicht wiederzuerkennen. Dabei handelt es sich um Ottokar II (König von Böhmen), Preußen-König Friedrich I und Herzog Albrecht von Brandenburg. Im Inneren befindet sich auf  2 Etagen ein kleines Museum über die Stadtentwicklung Kaliningrads. Auch gibt es einen Film über die Restauration des Tores zu sehen.

An Kulturangeboten mangelt es der Stadt also nicht.

Montag, 6. April 2015

Ausflug nach Tschernjachowsk (Черняховск)

An einem der vergangenen Wochenenden haben sich viele Austauschstudenten dazu entschlossen nach Tschernjachowsk zu fahren. Eine freiwillige Initiative, die regelmäßig Ausflüge organisiert, hat dazu aufgerufen, mitzufahren. Insgesamt waren 40 neugierige Menschen mit von der Partie.

Tschernjachowsk hieß bis 1946 "Insterburg" (Инстербург) und hat ca. 40.500 Einwohner. Wir sind also mit dem Bus 1h 45min Richtung Osten gefahren und kamen in einer Stadt an, die noch sehr viele deutsche Gebäude hat. Diese wurden im Krieg kaum zerstört.
der Bahnhof
ehemalige Jungenschule
Erzengel-Michael-Kirche
Diese russisch-orthodoxe Kirche wurde zwischen1886 und 1890 erbaut.
Farbspiel

Schließlich waren wir auch im 1. Weltkriegs-Museum. Sehr interessante Gegenstände sind dort zu finden. Sehr informativ. Vor allem, wenn man auch noch deutsch versteht.








Grafitti am Straßenrand
Denkmal für den russischen Generalfeldmarschal M.B. Barclay de Tolly



Zu guter Letzt wurde uns die Insterburg gezeigt. Sie entstand um 1336 und diente als Grenzburg gegen die Litauer.